Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Alles um das "Herz" der XS...

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mattes1988
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Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Beitrag von mattes1988 » Fr 10. Mai 2019, 11:15

Liebes Forum,

bei mir hat sich das Getriebe meiner Xs400 12E, Bj 1983, verabschiedet.
Es gab einen lauten Knall, und ich fuhr die letzten 2 Kilometer langsam nach Hause. Seitdem hakte es im 2., 4., 6. Gang, im Leerlauf lief sie anfangs ruhig, später versuchte sie wahllos Gänge reinzuschlagen. Den Versuch am darauffolgenden Tag zur Werkstatt zu fahren, habe ich nach 20 m abgebrochen, dorthin habe ich sie schleppen lassen.
Der Meister sagt, er müsse das Getriebe erneuern, Material 150 € + Lohn ca. 450 - 600 Euro.
Das übersteigt den Wert der Maschine.

Ich würde mich nach reiflicher Überlegung gegen eine Verschrottung / Verkauf in den Osten entscheiden, falls eine Reparatur für einen 'Laien' machbar ist.
Leider habe ich aufgrund Familie ;-) nicht mehr unendlich viel Zeit. Ist es in überschaubarem Zeitrahmen möglich das Getriebe zu wechseln und was muss ich dabei alles beachten?
Laut Aussage des Meisters muss dazu das ganze Motorrad zerlegt werden (Tank runter, Vergaser ab, Primärantrieb raus, Motor ausbauen).
Ist das wirklich der Fall oder gibt es eine Art vereinfachte Lösung für den Getriebewechsel?
Welche Teile sollten in dem Zuge mitgemacht werden?

Danke und ein schönes Wochenende!

Matthias

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dergunnar
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Re: Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Beitrag von dergunnar » Fr 10. Mai 2019, 13:18

Hi Matthias,

ich würde an Deiner Stelle überlegen, ob es nicht Sinn macht, den Motor komplett zu tauschen.
Nach meiner Einschätzung wird das günstiger sein, als nur das Getriebe zu tauschen - wenn man allein die nötigen und sinnvollen Dichtungen berechnet.

Ahoi
Schöne Grüße!

nee mutt ik nich!

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flat
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Re: Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Beitrag von flat » Sa 11. Mai 2019, 06:29

Moin.
Wenn du es nicht selbst machst, ist es leider ein wirtschaftlicher Totalschaden.... (sind xs en bei
genauer Betrachtung sowieso...)

Dein Meister muss dafür leider das Geld abrufen da
eine Getrieberevision nicht zu den kleinen Arbeiten gehört... .... im offenen Zustand können die
Schäden die angesagten Repkosten denke ich noch erheblich übersteigen, weil sie den Klumpen ja
nicht nur schaltbar an den Kunden geben wollen/müssen
sondern auch noch eine Gewährleistung als Gewerbetreibende auf die Rep. geben müssen...
(Würde mich auch nicht wundern das dann kleine belanglose Ersatzteile benötigt werden die XS üblich
nicht mehr lieferbar sind) Ich sag nur oberer Sicherungsring des Gabelstopfen.... :rolleyes:

Und dann fängt das Teileflädern an, auf das die Werkstatt/Meister meist kein Bock hat...

Daher wird ein laufender evtl. günstiger
Ersatzmotor die wohl kostengünstigere und vor allem
schnellere Reparatur werden... Restrisiko besteht dort aber auch noch, da niemand weiß was der Ersatzmotor
so mitbringt....
(Ich kann auch jede Werkstatt absolut verstehen
die solche Motorräder und KFZ /Aufträge nicht annehmen da der Umfang meist für den Kunden nicht
überschaubar ist und dann schnell Reibereien anstehen wenn das geplante Budget explodiert.... ....die meisten Kunden sehen dann nur noch “Abzocke“ und nicht den tatsächlich Aufwand der am Tagesende an den bezahlt werden muss der sich die Hände damit schmutzig gemacht hat.....)

Kein Handwerker hat eine Glaskugel, und um den Schaden real zu kalkulieren muss der ganze Kram auseinander
Und da ist man dann schon mitten drin...

Klingt hart, ist aber leider die Realität.

Wenn du sagst das es schnell und günstig gehen soll,
bleibt nur ein abstoßen der XS.

Meine 50cent
Gruß von Nico :rainy1:

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flat
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Re: Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Beitrag von flat » Sa 11. Mai 2019, 06:37

Da unsere Editionszeit immer noch zu kurz ist, hier ein klassischer doppelpost.....


Ich (Kategorie XS-Verstrahlt!!) würde wenn der
Platz da ist eine 2. XS kaufen und die aktuelle als Teilespender stehen lassen.....

Motto des Tages:

Gut und billig ist nicht schnell.
Gut und schnell ist nicht billig.
Billig und schnell ist nicht gut.
Gruß von Nico :rainy1:

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Re: Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Beitrag von Mad Maddin » Sa 11. Mai 2019, 11:39

Moin,

Ich täte das so sehen: Die XS fährt ja so eh nicht. Und egal ob ein kompletter Tauschmotor rein oder der vorhandene repariert werden soll, er muss dafür raus. Dafür müssen Tank und Vergaser ab, was ich allerdings nicht "komplettes Motorrad zerlegen" nennen würde. Sowas sollte einen grundsätzlich nicht scheuen, wenn man so ein altes Motorrad fährt.

Und wenn dann der Motor draußen ist, dann kannst du ihn ja auch einfach mal auseinander bauen. Auseinander kann jeder und geht schnell. Ob du nun einen neuen brauchst, weil der alte einen Getriebeschaden hat oder weil du ihn nicht mehr zusammenbekommst, ist ja nun auch egal. Wenn du mit einigermaßen Struktur vorgehst und viele Fotos machst, erhältst du dir aber zumindest die Chance, ihn mal wieder zusammenzukriegen. Wie genau man das macht, kann ich dir auch nicht sagen, ich bin auch noch nie über das Zerlegen hinaus gekommen. :zuck: Solltest du irgendwann merken, dass du das nie wieder zusammenbekommen wirst oder die Lust verlierst, kannst dus ja immer noch wegschmeißen und dich nach nem anderen Motor umsehen. Bzw letzteres kannst du ja auch nebenher machen.

Eigentlich gibts ja nicht viel zu verlieren. Viel Erfolg bei der Sache!

Gruß Mad Maddin
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Re: Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Beitrag von oskarklaus » Sa 11. Mai 2019, 19:30

Nun ja beim wieder zusammen pfriemeln gäb's evtl. Hilfe aus dem Forum, manchmal, oder?
Grüße Klaus

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Re: Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Beitrag von mattes1988 » Mi 15. Mai 2019, 20:34

Danke für eure Beiträge!

Ich habe die XS bereits wieder heim geholt und werde mich nach und nach an die Reparatur machen. Vielleicht ist ja alles halb so schlimm..

Wie gehe ich am besten vor um erstmal ein erstes Bild der Lage zu bekommen?
Sollte ich gleich den Motor rausnehmen und das Gehäuse von unten öffnen?

Matthias

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Mad Maddin
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Re: Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Beitrag von Mad Maddin » Mi 22. Mai 2019, 17:54

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Re: Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Beitrag von mattes1988 » Sa 25. Mai 2019, 07:39

Moin zusammen.
Ob nun neuer Motor oder Getriebe, ich habe erstmal soweit alles zerlegt.
Ich bin soweit, dass ich nur noch den Motor lösen und ausbauen muss.
Allerdings hängen die Krümmer noch drunter.
Ich habe das Problem, dass ich die beiden Krümmerteile nicht auseinanderbekomme. Und das Motorrad bekomme ich nicht ohne weiteres drübergehoben.
Möchte ungern mit der Flex anrücken, da ich nicht weiß, wie ich die Teile dann wieder zusammenbekomme.

Ideen?

LG
Matthias

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Re: Getriebe defekt - Erfahrung beim Zerlegen?

Beitrag von Sokrates » Di 28. Mai 2019, 20:16

Guten Rostlöser, lange und kräftig einweichen. Anders wird es nicht gehen. :zuck:
Grüße,
Dirk

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